36. Baringer Kirchenkonzert

25

Oktober 2026
So 17:00

Münster Heilig Kreuz in Bergen
Kirchplatz 3
86633 Neuburg an der Donau

In seinem 36. Baringer Kirchenkonzert bewegt sich der Neuburger Liederkranz erneut im Spannungsfeld zwischen geistlicher Volkalmusik und virtuoser Instru-
mentalmusik. Mit den drei italienischen Komponisten Vivaldi, Pergolesi und Puccini wird nicht nur geographisch, sondern auch stilistisch eine Brücke durch die Musikgeschichte Italiens vom Hochbarock bis zur Spätromantik geschlagen.

Antonio Vivaldi (1678–1741) lebte und arbeitete anfangs des 18. Jahrhundert in Venedig im Ospedale della Pieta, einem Waisenhaus für Mädchen. Dort komponierte er vorrangig geistliche Musik, die er vor allem im Bereich der Solopartien sehr variabel gestaltete. Der Neuburger Liederkranz hat sich für sein um 1720 entstandenes Magnificat, RV 610 für die Besetzung mit Sopran-, Tenor- und Baritonpart entschieden. In seinen kurzweiligen und erfrischenden neun Sätzen besticht das Magnificat durch den Wechsel zwischen ausdrucksstarken, dichten Chorsätzen, Unisonopassagen und großer Sanglichkeit.

Das sehr beschwingte Konzert für Flöte, Streicher und B.c. in G-Dur von Giovanni Battista Pergolesi (1710–1726) reiht sich als Übergang von Vivaldi zu Puccini durch seinen galanten Stil hervorragend zwischen den beiden Chorwerken der großen Italiener der Musikgeschichte ein. Die konkrete Urheberschaft des Werkes wird seit einigen Jahrzehnten wegen stilkritischer Zweifel in Frage gestellt (in Pergolesis sehr kurzem Leben lässt sich ein Schwerpunkt bei großen Vokal- und Bühnenwerken erkennen) und eher Giuseppe Tartini (1692–1770) zugeschrieben.

Im Alter von nur 21 Jahren schrieb Giaccomo Puccini (1858–1924) Teile seiner „Messa a quattro voci“ als Abschlussarbeit seiner kirchenmusikalischen Ausbildung in seiner Heimatstadt Lucca. Als eine seiner wenigen geistlichen Kompositionen läßt dieses Frühwerk in seinen gefühlvollen Melodien sowie seiner dramatischen Wirkung schnell Puccinis Genialität in der Opernkomposition erkennen. Als vollständige Vertonung des Messordinariums erschien dieses Werk später unter dem Titel „Messa di Gloria“.

Neben dem Kammerorchester Dieter Sauer aus Pfaffenhofen sowie weiteren regionalen und überregionalen Orchestermusikerinnen und Orchestermusikern freut sich der Neuburger Liederkranz auf die Solisten Nicola Göbel (Querflöte), die Sopranistinnen Susanne Breu und Katrin Mitko, sowie Benedikt Heggemann (Tenor) und Daniel Sauer (Bariton).
Gesamtleitung: Martin Göbel.